Systemanalyse

Im Rahmen des Teilprojekts Systemanalyse werden in unterschiedlichen ERP-Systemen Prozessvarianten sowie deren zugehörigen Systemoberflächen (Masken) auf Attributebene (Feldebene) ablauf- und aufbaubezogen analysiert. Die stringent dokumentierten Ergebnisse bilden die datenbezogene Grundlage für das nachfolgend entwickelte Komplexitätsschätzer-Tool.

Der Zweck dieser Untersuchung war die Gewinnung von Erkenntnissen über die Integrationsarchitektur von ERP-Systemen. Als Grundform der Integration werden dabei Beziehungen zwischen zwei oder mehr Geschäftsobjekten (bspw. zwischen Angebot und Kontrakt) angesehen.

Mittels einer tiefgreifenden, strukturierten Untersuchung und vergleichenden Modellierung der Realisationen verschiedener Geschäftsprozesse in verschiedenen ERP-Systemen sollten folgende Forschungsfragen beantwortet werden:

  • Welche Formen der Integration gibt es in unterschiedlichen Geschäftsprozessen?
  • Ist ein systemübergreifendes Grundschema (Pattern) identifizierbar? Gibt es einen es einen oder mehrere Referenzprozesse?
  • Was sind die Gründe für gefundene Abweichungen?

Abschließend werden hiervon Integrationsfolgewirkungen abgeleitet, auf die im weiteren Verlauf der Forschung hinsichtlich eBusiness-Standards besonderer Wert gelegt werden soll.

Grundlage für die Untersuchung ist die Pflege von einheitlichen kunden-, produkt- und unternehmensbezogenen Stammdaten und Systemeinstellungen in den fünf zu untersuchenden ERP-Systemen: SAP BusinessByDesign, Microsoft Dynamics NAV, sage Office Line, caniasERP und godesys ERP.

Die Untersuchung wird dabei exemplarisch an Prozessvarianten der Systeme durchgeführt. Prozessvarianten werden dabei durch Abwandlungen vom Hauptprozess in der Bearbeitungsreihenfolge der nötigen Aktivitäten gebildet.

Beispiele des Prozesses Order-to-Cash:

  • Make-to-Order
  • Make-to-Stock (Sell-from-Stock)
  • Dienstleistungsgeschäft
  • Streckengeschäft.

Zwecks des Vergleichs zwischen den Systemen werden die Prozesse zudem als umfangreiche Prozessketten modelliert, um daraus Gemeinsamkeiten und Unterschiede ableiten zu können. Hierzu wird eine Datenbank (Teilprojekt Toolentwicklung) aufgesetzt, um die Ergebnisse der Untersuchung einfach auswertbar zu machen und weitere Analysen zu ermöglichen.