Ziele — ALT

Gerade KMUs können den direkten und indirekten Aufwand einer eStandard-Einführung nur sehr schwer einschätzen. Ziel des Forschungsprojektes Komplex-e ist daher die Entwicklung eines Komplexitätsschätzer-Softwaretools zur Vorab-Bestimmung verschiedener Integrationseffekte und der Komplexitätsveränderung in der bestehenden Organisation bei der Einführung von eStandards. Dieser Schätzer soll prototypisch in einem vorwettbewerblichen Softwarewerkzeug zur Nutzung in KMU implementiert werden. So soll die Einführung von eStandards durch zusätzliche Transparenz und durch erweiterte Abschätzbarkeit von Kosten und Nutzen vereinfacht und deren Erfolg durch planbaren Ressourceneinsatz sichergestellt werden.

Gerade KMU soll somit die erfolgreiche Einführung und Nutzung von eStandards erleichtert werden, um an globalen Wertschöpfungsketten teilzunehmen. Um dies durch die Nutzung eines Komplexitätsschätzers zu ermöglichen, muss der Zusammenhang einzelner Informationsobjekte in der integrierten Informationsverarbeitung auf einem abstrakten Niveau feingranular analysiert und deren Bedeutung zueinander ermittelt werden.

Auf diese Weise können Unternehmen mit gegebener IT-Landschaft Bereiche und Objekte identifizieren können, die nicht unmittelbar und innerhalb des Einführungsplans von der Implementierung eines neuen eStandards betroffen sind, wohl aber mittelbar zu deren Erfolg beitragen oder für eine erfolgreiche Einführung des eStandards nachgelagert verändert oder reorganisiert werden müssen.

Das zu entwickelnde Komplexitätsschätzer-Tool soll dabei helfen, die bei einer eStandard-Implementierung unmittelbar und mittelbar betroffenen Informationsobjekte und Unternehmensbereiche zu identifizieren, um Maßnahmen und Folgekosten für Schulungen, IT-Umstellung und kontinuierliche Anpassung auf eine solide Planungsbasis zu stellen und den eStandard-Einführungserfolg realistischer bewerten zu können.

Durch die Nutzung eines Komplexitätsschätzers kann somit eine effiziente Projektkostenplanung für die Einführung neuer Standards zur digitalisierten Abwicklung von Geschäftsprozessen auf Basis der Integrations- und Abhängigkeitsbeziehungen von Informationsobjekten sichergestellt werden.

Damit verfolgt das Forschungsprojekt folgendes Ziel:

Konzeption und vorwettbewerbliche Implementierung eines Tools zur Komplexitätsabschätzung integrativer Maßnahmen, insbesondere bei der Einführung von eStandards in KMUs, zur realistischeren Vorab-Bestimmung der Auswirkungen, Kosten und Potenziale.

Zur Erreichung dieses Primärzieles können drei Teilziele genannt werden, welche als Artefakte zu generieren und zusammenzuführen sind.

  • Konzeption eines ERP-systemübergreifenden Referenzmodells zur Veranschaulichung und mathematisch-analytischen Untersuchung der unmittelbaren und mittelbaren Zusammenhänge von Informationsobjekten im Rahmen der integrierten Informationsverarbeitung.
  • Konzeption eines Algorithmus zur Bestimmung der Abhängigkeitsstärke der betroffenen Informationsobjekte und Unternehmensbereiche.
  • Konzeption eines „Use-Case-Katalogs“ mit unmittelbaren und mittelbaren
    Integrationsverbindungen bei eStandard-Einführungsszenarien zur Bestimmung der Komplexität der eStandard-Einführung und zum Aufzeigen von komplexitätsverringernden und erfolgssteigernden Maßnahmen.